Ernährungsanamnese

Die Anamnese, ist der erste wichtige Schritt in der medizinischen und therapeutischen Praxis. In der Ernährungsberatung bezeichnet die Anamnese den systematischen Prozess der Datenerhebung über den Klienten und ist die Grundlage jeder Ernährungsberatung. 

Der Hauptzweck der Anamnese in der Ernährungsberatung ist es, ein tiefgreifendes Verständnis für den Klienten sowie deren Ernährungsgewohnheiten, Bedürfnisse und Herausforderungen zu gewinnen. Durch eine gründliche Anamnese werden potenzielle Schwierigkeiten identifiziert, Risikofaktoren erkannt und daraufhin gezielte Empfehlungen geben, die auf den individuellen Zielen und Bedürfnissen des Klienten basieren.

Ein weiterer zentraler Zweck der Anamnese ist die Identifizierung von Hindernissen und Problemen. Durch das Sammeln detaillierter Informationen der allgemeinen Daten, zum aktuellen Lebensstil und der medizinischen Vorgeschichte, können potenzielle Problembereiche identifizieren und gezielte Strategien zur Bewältigung dieser Herausforderungen entwickeln werden.

Schließlich dient die Anamnese dazu, Vertrauen zwischen der Klient und Berater aufzubauen. Ein offener und ehrlicher Dialog während der Anamnese kann dazu beitragen, eine positive und unterstützende Beziehung zu etablieren, die für den Erfolg der Ernährungsberatung entscheidend ist.

Bestimmung des Ernährungszustands

Die präzise Erfassung des aktuellen Ernährungszustand ist in mehrere Schritte aufgeteilt. 

Zu Beginn werden die allgemeinen Daten erhoben. Dies umfasst u.a. das Alter, Geschlecht, Beruf, und Familienstand. Die Erfassung dieser allgemeinen Daten ist oft der erste Schritt in der Anamnese und legt den Grundstein für die weiteren Untersuchungen und Gespräche. Des Weiteren werden die Motive und Beweggründe für die Änderung des bisherigen Essverhaltens erfasst.

Auch die medizinische Vorgeschichte wird abgefragt, um maßgeschneiderte Ernährungsempfehlungen zu geben. Unter anderem frühere Krankheiten, aktuelle gesundheitliche Probleme, Medikamenteneinnahme, Allergien und Unverträglichkeiten und Operationen. Die medizinische Vorgeschichte kann direkte Auswirkungen auf den Ernährungszustand und die Ernährungsbedürfnisse haben. 

Des Weiteren werden detaillierte Fragen zum Lebensstil und zur körperlichen Aktivität gestellt, um ein umfassendes Bild von den täglichen Gewohnheiten und Aktivitäten zu erhalten. Darunter fallen die sportliche Aktivität, tägliche Aktivität, Rauchgewohnheiten, der Alkoholkonsum, das Stresslevel, die Schlafgewohnheiten und der Aufenthalt im Freien. Ein aktiver Lebensstil kann bspw. zu einem erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf führen, während ein überwiegend sitzender Lebensstil das Risiko für bestimmte gesundheitliche Probleme erhöhen kann.

Die Analyse des Ernährungsverhaltens wird in objektive und subjektive Aspekte unterteilt. Zu den objektiven Aspekten zählt die Beschreibung der bisherigen Ernährungssituation in ernährungsphysiologischen Parametern wie z. B. Kostform, Zufuhr von Makro- und Mikronährstoffen, bevorzugte Lebensmittel, Lebenssituation des Klienten etc.

Die subjektiven Aspekte beschreiben den subjektiven Stellenwert für den Verzehr bestimmter Lebensmittel, die Zubereitungsformen, die Situationsgebundenheit des Essverhaltens, besondere Probleme beim Essverhalten wie z. B. Heißhunger, Süßhunger sowie das Essen in Stresssituationen.

Im weiteren Verlauf der Beratung gilt es ein Ernährungsprotokoll auszufüllen, um ein klares Bild davon zu bekommen, wie sich der Klient derzeit ernährt und welche Nährstoffe er in welchen Mengen zu sich nimmt. Die Erfassung eines typischen Wochenverlaufs gibt einen umfassenden Einblick in den Lebensstil und die Ernährungsgewohnheiten. Dies ist entscheidend, um festzustellen, ob es Mangelerscheinungen, Überernährung oder andere Ernährungsprobleme gibt.

Erfasst werden:

  • Nährstoffzufuhr

  • Flüssigkeitszufuhr

  • Lebensmittelauswahl

  • Mahlzeitenstruktur/ -häufigkeit

  • Emotionen, Rahmenbedingungen etc.

  • Ernährungsformen, Vorlieben und Abneigungen

Warum ist eine Ernährungsanamnese wichtig?

Eine Ernährungsanamnese ist wichtig, um individuelle Ernährungsgewohnheiten zu beurteilen, mögliche Mangelernährungen oder Überkonsum zu identifizieren und gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Sie bietet eine wichtige Grundlage für die Ernährungsberatung und für maßgeschneiderte Empfehlungen.

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