Der erste Fastentag

Gut vorbereitet durch den oder die Entlastungstag(e), beginnt der Morgen des ersten Fastentags mit dem Ölziehen und der Mundhygiene und anschließend der der Darmreinigung. Das geschieht bewährt mit einer gründlichen Darmentleerung. Ich weiß, dabei handelt es sich um ein Tabuthema und bestimmt nicht mein Lieblingsthema, allerdings ist es vor und während einer Fastenkur notwendig. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten neben Glaubersalz kann die Darmreinigung mithilfe eines sogenannten Irrigators stattfinden. 

Sie ist die effektivste und vor allem sanfteste Art. Das wenig attraktive Image hat unterschiedliche Gründe. Wer schon mal einen Einlauf gemacht hat, weiß, dass das Entleeren des Darms, teilweise sehr unangenehm sein kann. Leider auch deshalb, weil viele Menschen schon vor der Fastenkur eine schlechte Verdauung haben. Wenn der Darm verstopft, gebläht, verpilzt und verkrampft ist, dann ist die Darmflora gestört, die Darmschleimhäute sind gereizt und werden durchlässig und auch das Immunsystem ist irritiert. 

Nach dem Einlauf empfiehlt es sich, eine Viertelstunde zu ruhen. Hält das Gluckern und Gurgeln einmal allzu lange an, was zum Glück selten ist, lege man sich ins warme Bett, die warm(gerieben)en Hände oder eine Wärmflasche auf den Bauch und bei Bedarf auch an die Füße, trinke etwas Kamillentee und warte ab. Dann sollte jeden zweiten Tag ein weiterer Einlauf folgen, sofern sich kein natürlicher Stuhlgang ergibt. Gut geeignet sind Zeiten, in denen man für sich ist und nicht gestört werden kann. Vom Körperrhythmus eignen sich am besten die Morgenstunden, in denen der Darm seine Hauptaktivitätszeit hat. Hier würde man sozusagen Hand in Hand mit dem natürlichen Körperrhythmus arbeiten.

Anschließend folgt die erste „Mahlzeit“. Die Gemüsepaste bereitest du bereits am Tag vorher zu. Die Anleitung findest du auf der Rezeptseite. In der Regel wird eine Woche gefastet, allerdings reagiert jeder Mensch anders auf das Fasten und ich bin nach mittlerweile einigen Fastenkuren der Meinung, dass es etwas schwer fallen darf aber keine Qual sein sollte. Sobald der Körper sehr starke Nebenwirkungen zeigt und es nicht mehr aashaltbar ist, sollte mit dem Fasten „gebrochen“ werden. In jedem Fall sollte der Körper wieder langsam an Essen gewöhnt werden.

Ablauf 1. - 7- Fastentag:

Morgens: 250 - 300 ml Gemüsebrühe, bei Bedarf mit wenig kohlenhydratarmen Gemüse und frischen Kräutern

Mittags: 250 - 300 ml Gemüsebrühe, bei Bedarf mit wenig kohlenhydratarmen Gemüse und frischen Kräutern

Abends:  250 - 300 ml Gemüsebrühe, bei Bedarf mit wenig kohlenhydratarmen Gemüse und frischen Kräutern

Dazwischen: mindestens 2 bis 3 Liter stilles Wasser und Kräutertee

Zusätzliche Rituale:

  • Ölziehen morgens und abends (z.B. Kokosöl)

  • Darmspülung zu Beginn der Fastenkur und dann alle zwei Tage

  • Leberwickel 

  • Leichte Bewegung (z. B. Spaziergänge)

  • Basenbäder

  • Mikro-Plus Leber Komplex (Morgens und abends jeweils zwei Kapseln)

  • Zeolith Pulver 1 TL am Abend in 300 bis 400 ml Wasser auflösen und trinken

Flüssigkeitszufuhr

Der Mensch besteht im Wesentlichen aus Wasser und kommt wie alles Leben aus diesem Element. Wasser ist noch immer so wichtig, dass jeder Mensch täglich zwei (Frauen) bis drei Liter (Männer) trinken sollte. Viele, und besonders Frauen, haben das leider verlernt, was große Risiken vor allem fürs Alter in sich birgt. Trinken ist nicht nur am ersten, sondern an allen Fastentagen wichtig. Auf jeden Fall muss jetzt besonders reichlich getrunken werden, um in einer Zeit der Reinigung alle Schlacken und Giftstoffe aus dem Körper zu lösen und auszuscheiden. In der Wichtigkeit steht das Trinken noch über der Darmreinigung. Es empfiehlt sich am Morgen die zu trinkende Menge abzufüllen oder bereitzustellen. Neben stillem Wasser können auch ungeübte Kräutertees getrunken werden. 

Kopfschmerzen und andere Nebenwirkungen

Kopfschmerzen kommen zu Beginn des Fastens von der Entgiftung und sind besonders deutlich im Koffeinentzug der Kaffeetrinker. Daher sind die Entlastungstage und die Darmreinigung sowie die ausreichende Flüssigkeitszufuhr enorm wichtig. Statt der klassischen Kopfschmerztablette, sollte bevorzugt auf homöopathischen Mitteln gegriffen werden. 

In den ersten drei Tagen kann der Hunger, der sich wie eine Faust in der Magengrube anfühlt, zum herausfordernden Problem werden. Von den drei Hauptwiderstandsmöglichkeiten des Körpers tritt der Hunger meist als Erster auf. Wenn er ausgestanden ist, zieht der Körper nicht selten noch die beiden anderen Register - Kreislaufprobleme und Übelkeit. Neulingen mag der Hunger in den ersten drei Tagen sogar das Gefühl vermitteln, das Fasten nicht zu überstehen. Er ist deutlich vom Appetit zu unterscheiden, der länger bleiben kann und am besten durch geschickte Ablenkung vermeidbar ist. Bestimmte Themen wie Kochen und Erinnerungen an wundervolle Essgelage sollten mit Freude auf die Zeit nach dem Fasten verschoben und zunächst einfach mit einem Tabu belegt werden. 

Um Schwindel, das Schwarzwerden vor den Augen und Ohnmachten zu vermeiden, haben sich einige kleine, aber wirksame Maßnahmen bewährt, falls notwendig. Am Morgen, noch während du im Bett liegst, kannst du deine Ohrläppchen zu massieren, bis diese sich ganz warm, geschmeidig und lebendig anfühlen. Da sich im Ohr und auf der Ohrmuschel Reflexzonen befinden, hat die Massage der Ohrläppchen Auswirkungen auf den ganzen Kopf. Anschließend kannst du, vom Ohrläppchen ausgehend, mit Daumen und Zeigefingern den äußeren Ohrrand nach oben hin durchkneten und so Wirbelsäule und Rücken Gutes tun. Oben angelangt, liegen die Reflexzonen Becken, Beine und Hände. Um den Gehörgang herum liegt die Zone des Bauches. Bei der Selbstmassage ist es allerdings nicht wichtig, zu wissen, welche Körperstrukturen du gerade massierst. Außerdem ist das Strecken und Räkeln im Bett, vor dem Aufstehen ein sehr einfaches und wirksames Morgenritual. Damit lassen sich alle Muskeln anspannen, ohne in Bewegung zu kommen.

Ein weiteres Problem können Stimmungsschwankungen sein, das heißt natürlich nur, wenn man eins daraus macht. Entsprechend den körperlichen Entgiftungsphasen kommt es ja auch zu einer seelischen Entgiftung. Melancholische Stimmungen können mit euphorischen wechseln. In den Träumen können sich Dinge zeigen, von denen du nie geglaubt hättest, dass sie in dir stecken. Nach der Fastenzeit wirst du merken, dass du ausgeglichener, weniger aggressiv - und dafür sensibler für die Innen- und Außenwelt bist. 

Bewegung und Leistungsfähigkeit

Spaziergänge und überhaupt Bewegung sind in der Fastenzeit besonders gesund. Du kannst ruhig 10 Kilometer gehen oder sogar laufen, wenn du dich dabei gut fühlst. Allerdings geht es natürlich nicht um besondere Leistungen. Ehrgeiz hat hier keinen Platz, im Gegenteil, Fasten macht uns weniger kämpferisch und richtet die Aufmerksamkeit mehr nach innen. Nur sollten alle Bewegungen langsam angehen, denn natürlich spart der Körper und braucht etwas Zeit, bis er die nötige Energie mobilisiert hat. Aber er kann es und sollte sogar ein bisschen gefordert werden. Wenn du an Körpertraining gewöhnt bist, mache auf alle Fälle weiter. Auch hier gilt, achte auf dich und wie du dich fühlst, zwinge dich zu nichts aber bleibe in Bewegung, um deinen Körper bei der Entgiftung zu unterstützen. 

Fastenruhe

An den ersten Fastentagen sollte man noch nicht so viel tun, selbst wenn man sich wegen der eingesparten Verdauungsenergie und der allgemeinen Entlastung gut fühlt oder sogar als könnte man Bäume ausreißen (was bei mir persönlich bisher noch nicht der Fall war). Auf dem Programm sollte ausreichend Ruhe stehen, Lesen, Musikhören, Nichtstun - oder auch eine geführte Meditation. Womit wir auch direkt beim Thema Schlaf wären. Im Allgemeinen bereitet der Schlaf beim Fasten keine Probleme, im Gegenteil erleben Menschen, die normalerweise mit Schlafproblemen kämpfen, oft während des Fastens positive Überraschungen. 

Wenn die Umstellung überstanden ist, merken viele recht bald, dass sie deutlich weniger Schlaf brauchen als sonst. Der Grund dürfte darin liegen, dass die Regeneration tiefer geht und der Schlaf entspannter ist. Man könnte hier auch von Heilschlaf sprechen. Des Weiteren steht durch die »Ruhigstellung« des Darms viel mehr Energie zur Verfügung, was die Schlafzeit ebenfalls reduziert. Allerdings möchte ich auch anmerken, dass das Einschlafen etwas schwerer fällt. 

Ich selbst habe das oft so erlebt und die Erfahrung gemacht. Hilfreich ist hierbei möglichst früh die Mediennutzung (Handy, Laptop, Fernseher) einzuschränken und vor den Abend z.B. mit Lesen ausklingen zu lassen. Auch ein warmes Bad oder eine Meditation können helfen. Das Zimmer sollte außerdem gut gelüftet sein. Weiterhin sollten die Füße warm sein, eine Fussmassage vor dem zu Bett gehen oder eine Wärmflasche können helfen. Denn symbolisch gesehen, stehen kalte Füße für Angst. 

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